• Umsatzsteuer bei Ratenzahlung

     

    Thema des Monats Dezember 2021

     

    Umsatzsteuer bei Ratenzahlung

     

    Die Umsatzsteuer entsteht grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in dem eine Lieferung bewirkt oder eine Dienstleistung erbracht wird. Zu einer abweichenden Steuerentstehung kann es nur kommen, wenn aufeinanderfolgende Zahlungen für Leistungen erfolgen, die nicht einmalig, sondern wiederkehrend oder kontinuierlich über einen längeren Zeitraum erbracht werden. Das hat jüngst der Europäische Gerichtshof (EuGH) klargestellt (Az. C-324/20).

    Es ging um eine Vermittlungsleistung in Höhe von 1.000.000 Euro. Die Zahlung des Betrags sollte jährlich in fünf gleichen Raten erfolgen. Das Finanzamt unterwarf den Gesamtbetrag im Jahr der Leistungserbringung einmalig der Besteuerung. Der Provisionsempfänger begehrte die anteilige Besteuerung im Zeitpunkt der jeweiligen Teilbetragszahlung.

    Dem widersprach der Europäische Gerichtshof: Einmalige Dienstleistungen, bei denen lediglich die Vergütung ratierlich erfolgt, rechtfertigen keine Ausnahme vom Grundprinzip der Besteuerung zum Leistungszeitpunkt. Die Steuerentstehung soll nicht zum Spielball der Parteien des Leistungsaustauschs werden. Dies wäre aber die Konsequenz, wenn der Besteuerungszeitpunkt bei einmalig erbrachten Leistungen allein von der Vereinbarung einer Ratenzahlung abhängig gemacht würde.

    Dass der Unternehmer die Steuer auch auf die noch nicht erhaltenen Teilbeträge an den Fiskus entrichten muss und zu einer Vorfinanzierung gezwungen ist, rechtfertigt keine abweichende Beurteilung.

    Beispiel:

     

    Leistung November 2021

    + 19% MwSt.

    Gesamt:

    1.000.000,00 €

       190.000,00 €

    1.190.000,00 €

     

     

    Ratenzahlung:

     

    01.04.2022

    01.04.2023

    01.04.2024

    01.04.2025

    01.04.2026

       238.000,00 €

       238.000,00 €

       238.000,00 €

       238.000,00 €

       238.000,00 €

    1.190.000,00 €

     

    Die Umsatzsteuer ist Höhe von 190.000 € ist am 10.12.2021 fällig.

    Tipp Ratenzahlung:

     

     

     

    01.04.2022

    01.04.2023

    01.04.2024

    01.04.2025

    01.04.2026

    190.000,00 €

    190.000,00 €

    190.000,00 €

    190.000,00 €

    190.000,00 €

    1.190.000,00 €

     

     

    Der Leistungsempfänger (Kunde) kann – wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – den Vorsteuerabzug in voller Höhe von 190.000 € bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung für November 2021 geltend machen.

    Bitte sprechen Sie uns an.

     

    Der Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung und Gewähr für deren Inhalt kann jedoch nicht übernommen werden. Aufgrund der teilweise verkürzten Darstellungen und der individuellen Besonderheiten jedes Einzelfalls können und sollen die Ausführungen zudem keine persönliche Beratung ersetzen.

    Hannover, im Dezember 2021

    Joachim Siegmund

    Steuerberater


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